
Manchmal, wenn ich einsam bin, so zwischen Nacht und Morgen, erinnere ich mich an damals. In seligen Momenten sahst du mich so an – und ich glaubte mich aufgehoben. Angekommen endlich. Wähnte magisch, was profaner kaum sein konnte. Jedes deiner Worte bekam Bedeutung weit über das Wort hinaus.
In meiner Obsession verklärte sich schon die zufälligste Berührung zu einer intimen Geste. Was könnte die Wahrnehmung der Wirklichkeit gründlicher trüben, als ein besoffenes Herz? Was meine Eitelkeit partout für Verliebtsein halten wollte, war kaum mehr, als Deine Neugier auf das Leben selbst.
Niemals warst Du zu fassen. So musste deine hübsche Larve endlich vollends zur pathetischen Projektion verkommen. Am Ende zerfiel auch das. Was blieb, war – neben ein paar barmherzig geschönten Erinnerungen – jene nachdrückliche Erfahrung, dass es ein wackliges Ego in jeder Lebensphase gewaltig aus dem Tritt bringen kann, wenn es sich beiläufiger abgehakt fühlt, als ein nachlässig ausgespucktes Kaugummi.
