Bukowski 2.0 – nur einmal noch Zyniker

Für Vera

Ich will von einem Alptraum berichten – in dem eine humanoide Zecke die Hauptrolle spielt. Die im wirklichen Leben ein einträgliches Geschäft daraus gemacht hat, ins Rampenlicht zu zerren, was eine Kultur im Finalstadium so an fleischgewordenen Stilblüten hervorbringt. Die mit ihrer Kuppelshow den Begriff Fremdscham auf ein ganz neues Level befördert hat. Wo man über Sinn oder Unsinn von „Bauer sucht Frau“ als Unterhaltungsformat noch so eben streiten könnte, dient „Schwiegertochter gesucht“ unstreitig und ausschließlich dazu, Schutzbedürftige kollektiver Gehässigkeit zum Fraß vorzuwerfen.

Vor Jahren machte dieser geldgeile Medienparasit Werbung für einen Joghurt, dessen Kulturen dem Entblähen und Abführen besonders förderlich sein sollten. Seither kann ich mir den hämisch stabreimenden Klops nur noch vorstellen, wie sie schlabbernd und schmatzend eine halbe Palette dieser Plempe in den Schlund schaufelt. Muss im nächsten Akt das Szenario ertragen, wie sich zwei fette und schweißige Arschbacken auf einer ächzenden Klobrille niederlassen und unter wohligen Grunzlauten sprötzelnd und spratzelnd in eine reinweiße Keramik pladdert, was jene Bifidus-Kulturen im Darm angerichtet haben.

Imaginiere verstört, wie sie einfach nicht mehr mit Drücken aufhören kann, bis sie sich auch ihres Gekröses entledigt hat. Blutgefäße und Unmengen Fettgewebes aus sich presst, einen Brei aus verflüssigten Knochen, Muskeln und Sehnen. Am Ende fällt das verkommene Hirn aus der geleerten Pelle – landet mit einem satten Schmatzen genau dort, wo es hingehört.